Lebererkrankungen – Sehr häufig unerkannte Gefahr!

Circa 5 Millionen Menschen sind hierzulande lebererkrank. Die häufigsten Lebererkrankungen sind die Leberentzündung (Hepatitis), Leberzirrhose (Schrumpfleber), Fettleber und der Leberkrebs. Lebererkrankungen sind oft für lange Zeit unbemerkt vorhanden, da sie im frühen Stadium nur unspezifische Symptome hervorrufen wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit.

Symptome und Ursachen der Lebererkrankungen

Lebererkrankungen haben verschiedene Ursachen. Häufiger Auslöser ist der chronische Alkoholmissbrauch – er verursacht die Hälfte der Lebererkrankungen. Dazu kommen aber chronische Virusinfektionen, Stoffwechselkrankheiten und Medikamente als Auslöser von Lebererkrankungen in Frage.

Die Lebererkrankung wird zumeist spät erkannt, da sie nur im fortgeschrittenen Stadium erkennbare Beschwerden hervorruft. Über längere Zeit treten nur schwache unspezifische Symptome auf. Das sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitverlust sowie Übelkeit und Erbrechen aber auch Konzentrationsstörungen und ein Druckgefühl rechts im Oberbauch.

Halten diese Symptome über längere Zeit an, sollte man immer auf eine Lebererkrankung deuten und einen Arzt aufsuchen. Die für Lebererkrankungen typische Gelbfärbung in der Haut und den Schleimhäute tritt erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Spätestens, wenn dieses Symptom vorhanden ist, ist der Arztbesuch sehr dringend.

a.) Die Fettleber

Bei einer Fettleber wird vermehrt Fett im Lebergewebe eingelagert. Ursache hierfür ist ein ungesunder Lebensstil mit zu kalorienreicher Ernährung, zu wenig Bewegung und einem zu hohen Alkoholkonsum. Daneben führen auch andere Erkrankungen wie der Diabetes oder die Fettstoffwechselstörung und die Einnahme von bestimmten Medikamente zur Fettleber.

Eine Fettleber macht erst Beschwerden, wenn das Organ schon stark vergrößert ist. Dann kommt es zu Symptomen wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Völlegefühl und Blähungen. Auch ein Druckgefühl rechts im Oberbauch kann auftreten.

Ist eine Fettleber festgestellt worden, sind die Reduzierung des Körpergewichts und der Alkoholverzicht entscheidend. Werden diese Maßnahmen konsequent durchgeführt, kann die Fettleber häufig rückgängig gemacht werden. Erfolgt aber keine Umstellung im Lebensstil des Betroffenen, kann die Leber sich entzünden und das Risiko von Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs steigt.

b.) Leberentzündung (Hepatitis)

Bei Hepatitis wird unter vier Typen unterschieden, die alle durch Viren hervorgerufen werden. Daneben ist die Hepatitis auch eine Folge der Fettleber oder wird durch Erkrankungen wie Diabetes mellitus und weitere Stoffwechselerkrankungen hervorgerufen.

Hepatitis A: Das Virus wird über Schmierinfektion, verunreinigte Lebensmittel – in erster Reihe Trinkwasser – übertragen. Diese Infektion heilt in der Regel von selbst aus und gilt als relativ harmlos.

Hepatitis B: ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Meistens heilt auch diese Infektion von selbst aus. Seltenen Fällen nimmt sie einen chronischen Verlauf. Dann sollte frühzeitig eine Therapie erfolgen, um eventuell auftretende Spätfolgen wie die Leberzirrhose zu vermeiden.

Hepatitis C: Die Infektion mit dem Virus erfolgt auf dem Blutweg. Wird eine Ansteckung nicht rechtzeitig diagnostiziert, nimmt diese Erkrankung in mehr als 50 % der Fälle einen chronischen Verlauf. Dann steigt das Risiko einer Leberzirrhose und des Leberkrebses.

Hepatitis E: Die Infektion mit dem Virus der Hepatitis E wird überwiegend durch verunreinigtes Wasser und Lebensmittel übertragen. Meist heilt auch diese Infektion von selbst aus, aber während einer Schwangerschaft können Komplikationen auftreten.

Gegen die Vireninfektion Hepatitis A und B gibt es Schutzimpfungen. Diese sind vor allem für gefährdete Personen zu empfehlen wie das medizinische Personal oder Reisende, die Risikogebiete bereisen.

c.) Leberzirrhose

Die Leberzirrhose ist die Folge von dauerhaften Belastungen oder der Schädigung der Leber. Häufigste Ursache ist überhöhter Alkoholkonsum und die Infektion mit einem der Hepatitis-Viren. Anfangs kommt es durch die Überbelastung der Leber zur noch reversiblen Vermehrung des Bindegewebes in der Leber. In einem späteren Stadium werden Leberzellen mit Bindegewebe ersetzt. Dieser Vorgang ist dann irreversibel. Die Leber kann dann ihre Funktionen nicht mehr richtig ausführen.

Behandelt man die Leberzirrhose nicht rechtzeitig, dann muss mit schwerwiegenden Konsequenzen gerechnet werden, wie einem Aszites (Wasserbauch), hepatischer Enzephalopathie, Varizenblutungen und dem hepatozellulären Karzinom dem sogenannten Leberkrebs. Allerdings können die schwerwiegenden Folgen der Leberzirrhose durch eine frühe Therapie verhindert oder hinausgezögert werden. Heilbar ist die Leberzirrhose jedoch nicht.

d.) Leberkrebs

Das hepatozelluläre Karzinom wird zumeist sehr spät diagnostiziert, da dieser Krebs lange keine Beschwerden verursacht. Zu den ersten Anzeichen dieser Erkrankung gehören Übelkeit und eine Gewichtsabnahme, es können Schmerzen innerhalb des Oberbauchs auftreten, sowie Gelbsucht. Wie bei einer Vielzahl anderer Krebsarten sind auch hierbei die Heilungschancen besser, wenn der Leberkrebs früh entdeckt wird.

Die häufigsten Ursachen des Leberkrebses sind Infektionen mit Viren der Hepatitis B- oder Hepatitis C-Stämme. Diese sind etwa 50 % aller Leberkrebserkrankungen. 40 % werden auf Alkohol und Übergewicht zurückgeführt. Gerade auf diesem Bereich kann man selbst einiges tun, um der Leberkrebserkrankung keine Chance zu bieten.

e.) Weitere Lebererkrankungen

Neben den oben beschriebenen, häufig auftretenden Erkrankungen sind eine autoimmune Hepatitis, eine primär biliäre Zirrhose und eine primär sklerosierende Cholangitis recht selten.

f.) Eisenspeicherkrankheit

Ist die Eisenspeicherkrankheit, eine Erbkrankheit aufgetreten, dann speichert der Körper große Eisenmengen in der Bauchspeicheldrüse, im Herzen und in der Leber. Dadurch reagiert die Leber zunächst mit einer Bindegewebsvermehrung. Bleibt diese Erkrankung unbehandelt kann es zu Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs kommen. Die Behandlung ist relativ einfach durch regelmäßigen Aderlass wird das Eisen im Blut im Schach gehalten.

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